Erfahrungsbericht: Öffentlich Laden in Hamburg
„Die Stromnetze in den Innenstädten geben die notwendige Anschlussleistung für High Power Charging gar nicht her“, hält Henrik Thiele dagegen. Er ist Geschäftsführer des Münchner Ladeanbieters Qwello. Die längere Ladezeit ist für ihn kein Argument: “Ein Auto steht etliche Stunden pro Tag.“ In Städten sind Parkplätze knapp und genau das bietet Qwello in Kombination mit einem Wechselstromanschluss. In Berlin, Hamburg und München können Kunden ihren Ladeplatz für 15 Minuten reservieren. Mit 0,37 Euro pro Kilowattstunde gibt Qwello den grünen Ladestrom fast zum Einkaufspreis weiter. Das Unternehmen verdient sein Geld mit der Reservierungsgebühr (1 Euro) sowie der Parkgebühr von 0,02 Euro pro Minute – also 1,20 Euro pro Stunde. In der Zeit von 21 bis 7 Uhr morgens werden maximal drei Stunden berechnet. Es ist schwer vorstellbar, dass dieses Preismodell profitabel funktioniert. Für das Parken am Straßenrand, direkt neben den vier Qwello-Ladesäulen im Stadtteil Hoheluft-Ost, verlangt die Stadt drei Euro pro Stunde. Es ist also deutlich günstiger an der Ladesäule zu parken ohne zu laden.
Ladeleistung: Man bekommt das E-Auto nicht voll
Der Idee macht die Stadt Hamburg einen Strich durch die Rechnung. Egal ob bei Qwello oder Stromnetz Hamburg, man darf tagsüber nur eine Stunde am Schnellader und zwei Stunden am Normallader parken. Vereinfacht gerechnet lädt ein E-Auto am Normallader in zwei Stunden 22 kWh. Aktuelle Modelle bieten Fassungsvermögen zwischen 50 und 100 kWh in der Batterie. Somit bekommt man vor einer Langstreckenfahrt sein E-Auto nie voll. Immerhin wird das Zeitlimit demnächst von zwei auf drei Stunden erweitert.
Quelle
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